Dienstag, 17. November 2015

Praxistest stellt klar: Die „tatsächliche Wohnfläche“ gibt es nicht

In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD 2013 vereinbart, für alle Rechtsgebiete klarzustellen, dass nur die „tatsächliche Wohnfläche“ Grundlage für die Höhe der Miete und die Betriebskosten sein kann. Ein entsprechendes Gesetz wird derzeit im Bundesjustizministerium erarbeitet. Haus & Grund Deutschland hat in den vergangenen Monaten eine Doppelhaushälfte und eine Altbauwohnung von Fachleuten vermessen lassen. Die Vermessungen durch jeweils drei Experten ergaben drei unterschiedliche Wohnflächen mit  Abweichungen von bis zu 16 Prozent.

„Wenn bei der Vermessung einer Wohnung durch drei Experten drei verschiedene Wohnflächen herauskommen, darf der Gesetzgeber davor nicht die Augen verschließen“, stellte Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorstand Haus & Grund Bayern, klar. Der Praxistest zeige, dass ein Toleranzbereich bei der Angabe von Wohnflächen weiterhin notwendig sei. Eine hinreichend große Toleranz helfe allen Vertragspartner – Mieter, Vermieter, Käufer und Verkäufer.

Die Messdifferenzen sind durch handwerkliche Fehler entstanden. Zudem interpretierten die Messexperten die zugrundeliegenden Berechnungsvorgaben der Wohnflächenverordnung unterschiedlich. So haben einige Vermesser eine Terrasse gar nicht in die Wohnfläche einbezogen, andere einen Balkon zu einem Viertel oder zur Hälfte. „Die Abschaffung der Toleranzspanne – nach oben und nach unten – würde zu deutlich mehr Streit zwischen den Vertragsparteien führen“, warnte Dr. Kirchhoff.


Praxistest:
Wohnflächenberechnung
Hier klicken