Herbstlaub birgt Streit-Potential

Der Herbst steht vor der Tür. Nachdem der Sommer sich Ende August noch mal von seiner strahlenden Seite gezeigt hat, zeigte das Thermometer Anfang September bereits nur noch Höchsttemperaturen von 14 Grad. Doch der Herbst bringt auch vermehrten Laubfall mit sich. Was für die einen schön anzusehen ist, ist für andere ein Ärgernis. Welche Probleme sich durch Herbstlaub ergeben können und worauf Grundstücks- und Wohnungseigentümer achten sollten, erfahren Sie hier.

Laub aus Nachbars Garten

Herbstlaub ist einer der ältesten Gründe für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Als Grundsatz gilt aber, dass das Laub auf dem eigenen Grundstück zu dulden ist. Dementsprechend muss ein Eigentümer das Laub auf seinem Grundstück selbst entfernen, auch wenn es von Bäumen des Nachbarn stammt. Erst wenn der Laubbefall über das gewöhnliche Maß hinausgeht, greifen nachbarschaftsrechtliche Regelungen ein. So ist es unter gewissen Voraussetzungen möglich, einen Rückschnitt der störenden Bäume zu verlangen. Zu beachten ist aber, dass Bäume in den allermeisten Kommunen durch Satzungen oder Verordnungen geschützt sind. Hat ein Nachbar die Grenzbewachsung zu dulden, steht ihm aber in der Regel eine sogenannte „Laubrente“ zu. Diese soll den erhöhten Reinigungsbedarf infolge des Abfallens von Laub, Nadeln, Blüten und Zapfen dieser Bäume kompensieren. Ob und in welcher Höhe ein solcher Anspruch besteht, muss allerdings im Einzelfall beurteilt werden. Allgemeine Vorgaben oder gar gesetzliche Regelungen hierzu bestehen nicht.

Entfernen von Laub

Laub ist aber auch geeignet, Wege und Straßen in rutschige Angelegenheiten zu verwandeln. Solange die Wege auf seinem Grundstück betroffen sind, ist der Eigentümer selbst dafür verantwortlich, das Laub zu entfernen und für ein sicheres Betreten seines Grundstücks zu sorgen. Befindet sich das Laub dagegen auf den öffentlichen Straßen und Gehwegen, gelten die gleichen Regeln wie bei Schneeglätte. Grundsätzlich ist die Gemeinde für die Reinigung der Straßen und Gehwege verantwortlich. Allerdings übertragen die Kommunen diese Aufgabe häufig auf die Anlieger. So übernimmt beispielsweise die Stadt München die Reinigung nur im innerstädtischen Gebiet, ungefähr innerhalb des Mittleren Rings. In den Außengebieten müssen die Grundstückseigentümer selbst für die Reinigung der an ihr Grundstück angrenzenden Straßen sorgen. Selbstverständlich können diese Arbeiten auch an Reinigungsfirmen oder den Hausmeister übertragen werden.  Für vermietende Eigentümer besteht die Möglichkeit, die Reinigungsarbeiten auf den Mieter zu übertragen. Dies muss aber detailliert im Mietvertrag geregelt sein.

Auch Dachrinnen werden gerne von Herbstlaub verstopft. Auch hier sollten Eigentümer für eine regelmäßige Entfernung der Blätter sorgen. Vermieter können die hierfür notwendigen Aufwendungen im Wege der Betriebskosten auf den Mieter umlegen, sofern dies im Mietvertrag explizit vereinbart wurde und die Reinigung aufgrund des Baumbestandes turnusmäßig erfolgen muss, um Schäden durch überlaufendes Regenwasser zu verhindern. Denn wenn die Reinigung nicht regelmäßig, sondern nur von Zeit zu Zeit nötig ist, fehlt es an der für die Umlegung von Betriebskosten nötigen Voraussetzung der Regelmäßigkeit.