Neuregelung bei Maklerkosten

Der Bundestag hat das Gesetz zur Teilung der Maklerprovision bei Kauf und Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern verabschiedet. Das Gesetz sieht eine neue Verteilung der Maklerkosten vor. Demnach kann der Auftraggeber die Hälfte der Kosten auf die andere Partei übertragen.

Zu Beginn des Gesetzgebungsverfahrens war noch vorgesehen, das sogenannte „Bestellerprinzip“, das auch bei der Vermittlung von Mietverträgen zum Tragen kommt, auf Kaufverträge zu übertragen. Dies hätte bedeutet, dass der Auftraggeber des Maklers auch die vollständigen Kosten trägt. Hintergrund ist die Senkung von Kaufnebenkosten, die es auch jüngeren bzw. einkommensschwächeren Haushalten erleichtern sollte, Eigentum zu erwerben. Das Gesetz, wie es nun verabschiedet wurde, sieht aber nur eine Teilung der Kosten vor. Das heißt, der Auftraggeber des Maklers hat zunächst die gesamte Courtage zu zahlen und kann dann maximal die Hälfte auf die andere Partei übertragen. In der Praxis wird dies regelmäßig zu einer Teilung der Maklerkosten führen. Beauftragen sowohl Verkäufer als auch Käufer den Makler, schreibt das Gesetz die Aufteilung zu gleichen Teilen sogar vor.

Eine weitere Änderung betrifft die Form von Maklerverträgen. Diese waren bislang an keine bestimmte Form gebunden. Zukünftig bedürfen Maklerverträge der Textform.

Haus & Grund Bayern kritisiert das neue Gesetz. „Durch die Teilung der Maklerkosten werden die Kaufnebenkosten nicht gesenkt. Es steht vielmehr zu befürchten, dass Verkäufer ihren Anteil an den Maklerkosten bereits in den Kaufpreis der Immobilie einpreisen, sodass der Käufer im Endeffekt nicht nur trotzdem die gesamte Provision bezahlen muss, sondern darüber hinaus auch die weiteren Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer oder Notargebühren steigen, da diese an den Kaufpreis gekoppelt sind“; sagt Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorstand von Haus & Grund Bayern.

Der Bundesrat hat dem Gesetz bereits zugestimmt. Es wird voraussichtlich im Dezember 2020 in Kraft treten.