Grunderwerbsteuer und Share Deals

Private Hauskäufer mussten in den vergangenen Jahren beim Kauf einer Immobilie immer mehr Grunderwerbsteuer an den Staat abführen. Dagegen waren große Investoren oft von der Steuerlast befreit. Das ist dann der Fall, wenn eine Immobilie nicht direkt verkauft, sondern in eine Gesellschaft eingebracht wird. Der Käufer erwirbt dann die Mehrheit der Anteile an dieser grundbesitzenden Gesellschaft (Share Deal). Unter bestimmten Voraussetzungen fällt bei der Übertragung der Gesellschaftsanteile keine Grunderwerbsteuer an.

So muss der Käufer dann keine Grunderwerbsteuer zahlen, wenn er weniger als 95 Prozent der Anteile erwirbt. Erst wenn die 95%-Grenze überschritten wird, wird Grunderwerbsteuer ausgelöst, und zwar zu 100% auf den gesamten inländischen Immobilienbestand der Gesellschaft.

Die Anhebung der Grunderwerbsteuersätze durch die Bundesländer von einheitlich 3,5 Prozent noch im Jahr 2010 auf nunmehr teilweise bis zu 6,5 Prozent hat dazu beigetragen, dass der grunderwerbsteuerneutrale Share Deal immer attraktiver geworden ist. Immer mehr Gesellschaften haben Grundstücksverkäufe vorgenommen, bei denen bewusst weniger als 95 % des Gesellschafterbestandes ausgewechselt wurden.

Genaue Berechnungen der mit Share Deals verbundenen Mindereinnahmen liegen bislang nicht vor. Schätzungen des Hessischen Finanzministeriums gehen von Einnahmeverlusten in einer Größenordnung von bis zu einer Milliarde Euro pro Jahr aus.

Aus Sicht von Haus & Grund Bayern muss diese Steuergestaltung über sogenannte Share Deals geschlossen werden.