Ein erster Schritt in die richtige Richtung - Regelungen zu den Share–Deals sollen verschärft werden!

Von Share-Deals wird gesprochen, wenn Immobilien einer Firma zugeführt und im Anschluss daran Anteile an dieser Firma verkauft werden. Bei dieser Vorgehensweise fällt bei einem Anteilseignerwechsel unter 95% keine Grunderwerbsteuer an. Der private Käufer hingegen muss für den Erwerb einer Immobilie Grunderwerbsteuer bezahlen. Die Höhe der Grunderwerbsteuer differiert in den einzelnen Bundesländern: in Bayern liegt sie bei 3,5% des Kaufpreises, in Brandenburg fallen im Vergleich sogar 6% Grunderwerbsteuer an. Die legalen Share–Deals benachteiligen private Käufer, die keine Möglichkeit haben, der Steuerbelastung durch diese Art von Transaktion zu entgehen. Haus & Grund Bayern fordert schon lange, derartige legale Steuerschlupflöcher abzuschaffen, denn große Unternehmen sparen durch solche Deals Millionen, während hingegen private Käufer zur Kasse gebeten werden. Das kann nicht sein!

Die Länderfinanzminister haben sich jetzt nach zwei Jahren Beratung auf eine Reform der Share-Deals geeinigt. Geplant ist eine Absenkung der Beteiligungshöhe von 95% auf 90%. Das heißt zukünftig soll nur bei einem Anteilseignerwechsel unter 90% keine Grunderwerbsteuer anfallen. Ziel soll es sein, Share-Deals durch Herabsetzung der Beteiligungshöhe unattraktiver zu machen. Geplant ist zudem eine Verlängerung der Frist auf zehn Jahre: der Erwerber soll beim Erwerb der Anteile zehn Jahre warten müssen, ehe er die restlichen 10% der Anteile der Gesellschaft hinzu kaufen kann. Bisher musste er lediglich fünf Jahre warten.

Haus & Grund Bayern begrüßt diese Entwicklung, auch wenn es nur ein erster Schritt in die richtige Richtung ist!