Mittwoch, 10. Oktober 2018

ifo-Studie zu Grundsteuermodellen vorgestellt

Experten favorisieren einfache Berechnung nach Grundstücksflächen

Eine vom Zentralverband Haus & Grund in Zusammenarbeit mit dem Verband Zentraler Immobilienausschuss in Auftrag gegebene Studie des Instituts ifo kommt zu dem Schluss, dass es aus finanzwissenschaftlicher Sicht vorzugswürdiger ist, die Grundsteuer aufgrund der Grundstücksflächen zu bemessen. Hierfür wären auch nur eine einmalige Bestimmung und Anpassungen nur bei baulichen Veränderungen nötig.

In der Studie wurden die Modelle zur Berechnung der Grundsteuer anhand von wertbasierten Bemessungsgrundlagen sowie das von den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erarbeitete Modell einer flächenbasierenden Grundsteuer gegenüberstellt.

Die Experten des ifo-Instituts kommen dabei zu dem Schluss, dass aus finanzwissenschaftlicher Sicht ein einfaches Modell für die Berechnung der Grundsteuer am sinnvollsten erscheint und favorisiert daher das Modell der flächenbasierten Grundsteuer. Die  wertebasierten Modelle würden dagegen auf einer mit viel Aufwand erhöhten Wertermittlung von Grundstücken basieren. Dieser Aufwand wird nicht mit einem großen Nutzen in Form von höherer Steuergerechtigkeit oder verbesserter Effizienz der Ressourcenallokation aufgewogen, so die Experten des ifo-Instituts. Durch diese Aussage wird ein Hauptargument für eine wertebasierte Grundsteuer der Wind aus den Segeln genommen.

Deutlich einfacher sei es, die Grundsteuer auf Basis der Grundstücks- oder Gebäudeflächen zu berechnen. Als Kompromiss schlagen die Forscher des Instituts vor, Bodenrichtwerte in die Berechnung mit einfließen zu lassen, da diese ohnehin in bestimmten Abständen erhoben und aktualisiert würden. Hierfür würde es aber zunächst einer länderübergreifenden Vereinheitlichung des Ermittlungsverfahrens für die Bodenrichtwerte bedürfen.

Auch ifo-Präsident Clemens Fuest sagte bei Präsentation der Studie: „Geeignet ist eine Kombination aus Grundstücks-, Wohn- und Nutzfläche. Dafür reicht eine einmalige Bestimmung. Anpassungen wären nur bei baulichen Veränderungen nötig.“

Dateien:

Ifo-Studie_Grundsteuer.pdf615 Ki