Haus & Grund Freising l Berichterstattung zur Infoveranstaltung

Datum: 12.07.2017
Beginn: 19:30
Organisator: Haus- und Grundbesitzer Verein Freising e.V.
Ort: Freising
Referat: Streit am Gartenzaun (privates Nachbarrecht)
Referent(en): RA Manfred Nikui
Interessante Themen – kompetente Redner: RA Manfred Nikui, Robert Hauner, Christian Pagany und Walter Maier (v.l.n.r.)

Haus & Grund Freising

Nachbar-Streit vermeiden

Nachbarn kann man sich nicht aussuchen, weder als Mieter noch als  Eigenheimbesitzer. Jedes Jahr werden drei Millionen Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Gericht ausgetragen. Dabei ließen sich viele Streitereien vermeiden: durch Kenntnis und Einhaltung gesetzlicher Regelungen, vor allem aber durch gegenseitige Rücksichtnahme. Mit diesen Worten begann RA Manfred Nikui seinen Vortrag vor den zahlreich erschienenen Mitgliedern des Haus- und Grundbesitzervereins Freising, in dem er über „Wissenswertes rund um den Gartenzaun“ referierte, von Pflanzabständen zur Grenze des Nachbarn bis hin zu Belästigungen durch das alljährliche Herbstlaub angrenzender Grundstücke. Eingeladen hatte Haus & Grund Freising Anfang Juli in den Hofbrauhauskeller. Robert Hauner, erster Vorsitzender des Vereins, zeigte sich über das rege Interesse an der Informationsveranstaltung erfreut und begrüßte als weitere Redner Walter Maier von der Bayerischen Hausbesitzer-Versicherung, der über versicherungsrechtliche Fragen und Einbau von Rauchwarnmeldern sprach, sowie Christian Pagany, der Interessantes zur Schädlingsbekämpfung in Haus und Garten zu berichten wusste.

Pflanzabstände

Besonders interessierte die Zuhörer, in welcher Entfernung zur Nachbargrenze etwa Hecken gepflanzt werden dürfen. Gesetzlich sind die Pflanzabstände zur Grundstücksgrenze exakt geregelt, erklärte RA Nikui. Dabei unterscheide das Gesetz nach Pflanzenart und Pflanzenhöhe, wobei die Abstände aber nur für Gehölze, also Bäume, Sträucher oder Hecken gelten. Diese dürfen bis 2 Meter Höhe einen halben Meter von der Grenze entfernt gepflanzt werden. Sind sie über 2 Meter hoch gewachsen, ist der Mindestabstand zur Grenze auch 2 Meter. Muss ein Grundstückseigentümer befürchten, dass ein Nachbarbaum oder eine Hecke zu Schatten auf seinem Grundstück führen kann, sollte er auf Rückschnitt unter 2 Meter oder gar Beseitigung drängen, riet der Jurist – sonst drohe Verjährung! Ist ein Baum oder eine Hecke nämlich weniger als zwei Meter zur Grenze gepflanzt und wurde mehr als 5 Jahre lang ununterbrochen die zulässige Höhe von 2 Metern überschritten, kann sich der Baum-, Hecken oder Straucheigentümer auf Verjährung berufen und den Rückschnitt oder gar die Entfernung verweigern, sagte RA Nikui.

Laub und Nadeln

Viel Streit zwischen Nachbarn wird im kommenden Herbst wieder das jährliche Laub verursachen, wie der Verbandsjurist aus seiner Praxis zu berichten weiß. Vor allem wenn es in großen Mengen auf die Garagenzufahrt, die Terrasse oder das Dach des Nachbarn fällt. Zum Erstaunen der meisten Zuhörer sagte RA Nikui, dass man gegen Laubfall in der Regel nicht viel machen könne, weil diese Art „Einwirkung“ auf das eigene Grundstück nach Auffassung der Gerichte nur „unwesentlich“ oder zumindest „ortsüblich“ sei. Dann müsse man das Laub auf seinem Grundstück dulden und es sogar auf eigene Kosten entsorgen, sagte der Anwalt.

Herbststürme drohen!

Wer gegen Sturmschäden umfassend gewappnet sein will, dem empfahl RA Nikui dringend eine Gebäude-, Hausrat-, Voll- oder Teilkaskoversicherung für eigene Schäden sowie eine Haftpflichtversicherung, falls er selbst für Schäden wegen zum Beispiel herumfliegender Dachziegel einstehen müsse.