Haus & Grund Lohr am Main l Berichterstattung zur Jahreshauptversammlung

Datum: 27.06.2017
Beginn: 19:00
Organisator: Haus- und Grundbesitzerverein Lohr u. Umg.
Ort: Lohr am Main
Referat: Der Mieter kündigt - und nun?
Referent(en): Dr. Ulrike Kirchhoff
Dr. Ulrike Kirchhoff mit RA Christoph Thremer, 1. Vorsitzender von Haus & Grund Lohr am Main

Mitgliederversammlung von Haus & Grund Lohr: Wohnungsrückgabe sorgfältig vorbereiten

Ein umfangreiches Programm präsentierte der Vorstand von Haus & Grund Lohr, RA Christoph Thremer seinen Mitgliedern. Denn turnusmäßig standen Vorstandswahlen an. Doch zunächst berichtete Thremer über das abgelaufene Geschäftsjahr. Viele Mitglieder suchten wieder Unterstützung im Verein. Dabei ging es um Nebenkostenabrechnungen, ausbleibende Mieten und vieles mehr. Thremer stellte aber auch die umfangreichen Serviceleistungen vor, die Haus & Grund Lohr seinen Mitgliedern in Kooperation mit Haus & Grund Bayern anbietet. Dazu gehören neben dem Formularservice Angebote zur Trinkwasseranalyse, zum Solvenzcheck, für Versicherungen oder zur Anlage von Kautionen. Informationen finden Mitglieder auf der Homepage des Vereins oder erhalten sie auf Rückfrage im Verein selbst. Die Rechnungsprüfer konnten die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung bestätigen, so dass der Entlastung der Vorstandsschaft nichts im Wege stand. Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde die Vorstandschaft im Amt bestätigt.

Nach Abschluss der Regularien hielt Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorstand von Haus & Grund Bayern, einen Vortrag darüber, was am Ende eines Mietverhältnisses zu beachten ist. Das beginnt mit der Wohnungsrückgabe und endet schließlich bei der Abrechnung der Kaution. Viele Probleme können bereits im Vorfeld gelöst oder zumindest vermieden werden, betonte Dr. Kirchhoff. Das gelingt beispielsweise durch eine frühzeitige Begehung der Wohnung, um eine möglichst reibungslose Rückgabe der Mietwohnung zu gewährleisten. Eine solche Begehung ist nicht mit einer Wohnungsabnahme zu verwechseln, die erst bei der Rückgabe der Wohnung stattfindet. Vielmehr soll im Vorfeld geklärt werden, ob Schäden in der Wohnung vorhanden sind und in welchem Umfang Schönheitsreparaturen notwendig und vertraglich geschuldet sind, führte Dr. Kirchhoff aus. Durch die geänderte Rechtsprechung des BGH ist immer wieder strittig, ob und in welchem Umfang Mieter Schönheitsreparaturen durchführen müssen. Unstrittig ist aber, dass Schäden, die der Mieter in der Wohnung verursacht hat, von ihm auch behoben wer­den müssen.

Besonders sorgfältig müssen Vermieter bei der Abrechnung der Kaution vorgehen. Denn die Kaution dient der Sicherung ihrer Ansprüche aus dem Mietverhältnis. Daher darf die Kaution auch nicht „abgewohnt“ werden. Ist der Mieter bei Rückgabe der Wohnung noch mit Mietzahlun­gen im Rückstand, sind geschuldete Schönheitsreparaturen nicht geleistet worden, liegen Schä­den an der Wohnung vor oder stehen noch Betriebskostennachzahlungen aus, dürfen diese An­sprüche mit der Kaution verrechnet werden. Gerade wegen möglicher Betriebskostennachzah­lungen muss die Kaution auch nicht sofort zurückgezahlt werden, sondern kann noch über einen angemessenen Zeitraum zurückgehalten werden, erläuterte die Vorsitzende.