Haus & Grund Bad Brückenau | Berichterstattung zur Jahreshauptversammlung

Datum: 27.06.2019
Beginn: 18:30
Organisator: Haus & Grund Bad Brückenau
Ort: Bad Brückenau
Referat: Neues Mietrecht, Reform der Grundsteuer u. aktuelle Infos zu EU-Ausweisen, Maklergebühren und mehr
Referent(en): RA Manfred Nikui
(v.l.n.r.) Matthias Jost, Rainer Alt, Dr. Markus Jost, RA Manfred Nikui

Haus & Grund Bad Brückenau

Neuregelung der Grundsteuer

Seit 35 Jahren gibt es den Haus- und Grundbesitzerverein in Bad Brückenau, dem „Tor zur Rhön“. An die 40 der 174 Mitglieder waren der Einladung ihres Vereins in das Gasthaus „Breitenbach“ zur Jahreshauptversammlung am 27. Juni gefolgt. Der Chefjustiziar von Haus & Grund Bayern, RA Manfred Nikui, war aus München angereist und referierte über aktuelle Themen aus dem Wohn- und Immobilienrecht, insbesondere über den Kompromiss bei der Neuregelung der Grundsteuer.

Zuvor informierte der Vorsitzende des Vereins, Matthias Jost, selbstständiger Immobilienmakler vor Ort, über das abgelaufene Geschäftsjahr 2018. Die Finanzlage sei gut, deshalb könne man die bisherigen Dienstleistungen für Mitglieder auch weiterhin anbieten. Die Einrichtung einer neuen Geschäftsstelle mit regelmäßigen Beratungszeiten sei von den Mitgliedern sehr gut angenommen worden, sagte Jost. Der Verein sei auch im Internet präsent. Viele Mitglieder informierten sich dort regelmäßig über die Angebote von Haus & Grund, was ihn sehr freue. Sein nächstes Ziel sei, das 200ste Mitglied in einer der nächsten Versammlungen begrüßen zu können. Die Rechtsberatung durch RA Dr. Markus Jost werde häufig in Anspruch genommen und werde wohl auch künftig einer der Schwerpunkte in der Vereinstätigkeit sein, meinte Jost.

Modernisierungsumlage gekürzt

RA Manfred Nikui informierte seine Zuhörer über das neue Mietrecht, das seit Beginn des Jahres gilt, insbesondere über die Möglichkeit, nach Modernisierungsmaßnahmen – etwa Einbau einer energiesparenden Heizung, Dach- oder Fassadendämmung, Einbruch- und Diebstahlsicherungen, neue Balkone – die Miete dauerhaft zu erhöhen. Ab sofort können nur mehr 8 Prozent der Modernisierungskosten umgelegt werden. Bisher waren es 11 Prozent. Zwingend zu beachten seien jetzt auch Kappungsgrenzen: So dürfe sich die Miete wegen Modernisierungen sechs Jahre lang um nicht mehr als 3 Euro pro Quadratmeter erhöhen. Liege die Ausgangsmiete unter 7 Euro, seien es sogar nur 2 Euro pro Quadratmeter, sagte RA Nikui.

„Öffnungsklausel“ bei Grundsteuer

Die Reform der Grundsteuer sei kompliziert, sagte RA Nikui, weil sie praktisch jeden Bürger betreffe – egal ob Mieter oder Eigentümer. Der Konsens, den die große Koalition gefunden habe, werde von Haus & Grund befürwortet. Zwar soll es auch künftig bundesweit eine wertabhängige Grundsteuer geben, aber den Ländern werde über eine sogenannte „Öffnungsklausel“ die Möglichkeit gegeben, ein wertunabhängiges Modell einzuführen. Dieses Modell berücksichtige nur die Fläche der Grundstücke und der vorhandenen Gebäude. Es sei fair und einfach und daher zu begrüßen, meinte der Verbandsjurist. Bayern habe bereits angekündigt, ein solches Modell einführen zu wollen; andere Länder werden dies auch tun. Zeit bleibt Bund und Ländern nur bis zum 31.12.2019. Die Grundsteuer würde dann erstmals ab dem 1.1.2025 nach den neuen Regeln erhoben werden, sagte RA Nikui.