Haus & Grund Lauingen | Berichterstattung zur Infoveranstaltung

Datum: 25.07.2019
Beginn: 18:00
Ort: Lauingen
Referat: Der WEG-Verwalter - General oder Dienstleister der Eigentümer?
Referent(en): RA Roman Sostin
RA Roman Sostin, Sabine Kappel, Roland Steinle (v.l.n.r.)

Haus & Grund Lauingen

Hausverwalter ist Dienstleister, nicht General der WEG

Der WEG-Verwalter, General oder Dienstleister der WEG? Unter diesem Motto lud Roland Steinle, Vorsitzender von Haus & Grund Lauingen, alle Interessierten zu einer Infoveranstaltung in den schönen Festsaal des Lauinger Rathauses ein. Als Referenten hatte er RA Roman Sostin, Syndikusrechtsanwalt von Haus & Grund Bayern, eingeladen.

Der Jurist referierte sodann zunächst über die Person des Hausverwalters. Wer kann Verwalter einer WEG werden? Benötigt er eine bestimmte Ausbildung oder Fachkenntnis? RA Sostin wies die interessierten Zuhörer darauf hin, dass gewerbliche Hausverwaltungen seit dem 1. Januar 2018 eine Erlaubnis des Landratsamtes oder der Kreisverwaltungsreferate vorweisen müssen. Darüber hinaus müssen gewerbliche Hausverwalter innerhalb von drei Jahren 20 Fortbildungsstunden nachweisen können.

Dass der Verwalter nicht General, sondern vielmehr Dienstleister der Eigentümer ist, zeigte sich im weiteren Verlauf des Vortrags. RA Sostin stellte die verschiedenen Pflichten des Hausverwalters heraus, wie beispielsweise die Vorbereitung der Eigentümerversammlung oder die Durchführung der dort gefassten Beschlüsse und der Hausordnung. Dabei untermalte der Referent die aufgezählten Aufgaben auch stets mit Beispielen aus der Praxis und der Rechtsprechung. Wie beispielsweise einem Fall, in dem die Hausverwaltung über einen längeren Zeitraum immer wieder Gelder der WEG veruntreute, obwohl der Beirat regelmäßig die Rechnungen kontrollierte und keine Fehler feststellen konnte. RA Sostin ermahnte die Anwesenden daher zur Vorsicht. Die Eigentümer sollten in Fällen, in denen ihnen etwas komisch vorkomme, von ihrem Recht Gebrauch machen, vom Verwalter eine Rechnungslegung auch im laufenden Wirtschaftsjahr zu verlangen. Schwarze Schafe gebe es leider auch bei Hausverwaltungen.

Der Referent wies aber auch darauf hin, welche Rechte die Eigentümer haben, wenn der Verwalter nicht das tut, was er von Gesetzes wegen tun muss. So haben die Eigentümer beispielsweise einen Anspruch darauf, dass gefasste Beschlüsse alsbald durchgeführt werden. Diesen könnten sie auch gerichtlich durchsetzen. Außerdem haftet der Verwalter aufgrund des Verwaltervertrages der WEG und auch dem einzelnen Eigentümer gegenüber für Schäden, die dadurch entstehen, dass der Verwalter seine Pflichten aus dem Vertrag nicht oder nur schlecht erfüllt, beispielsweise die Jahresabrechnung verspätet erstellt oder Baumängel nicht rechtzeitig geltend macht.

Dass sich Steinle für ein interessantes Thema entschieden hatte, zeigte sich in der anschließenden Diskussionsrunde. Sabine Kappel, Haus & Grund Lauingen, Steinle und RA Sostin stellten sich kompetent einer Vielzahl von Fragen der Anwesenden, bevor Steinle die gelungene Infoveranstaltung schloss.