Haus & Grund Schongau l Berichterstattung zur Jahreshauptversammlung

Datum: 20.03.2018
Beginn: 19:30
Organisator: Haus- und Grundbesitzerverein Schongau Stadt und Land e.V.
Ort: Schongau
Referat: Energieausweis nach EnEV 2014
Referent(en): RA Manfred Nikui
Viel Neues - Besucher kamen auf ihre Kosten: (v.l.n.r.) RA Manfred Nikui, Heinz Messarosch, Walter Maier, Sieglinde Leichtle und Josef Hutter

Haus & Grund Schongau

Ein Muss für Hausbesitzer!

Die Jahreshauptversammlung des Schongauer Haus- und Grundbesitzervereins hat wieder gezeigt: Jeder, der Haus oder Grund besitzt, ist gut beraten, im örtlichen Verein Mitglied zu sein. Dies sagte Josef Hutter, seit 30 Jahren erster Vorsitzender des Vereins, vor mehr als 80 Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung Mitte März im Schongauer „Brauhaus“. Der Verein zählt 588 Mitglieder. Er verfügt über gesunde Finanzen, ist personell gut aufgestellt und bietet seinen Mitgliedern eine Fülle von wichtigen Service- und Dienstleistungen. So kann über den Verein jedes Mitglied die neuesten Mietvertragsformulare beziehen, ebenso einen Vordruck für Selbstauskünfte von Mietinteressenten, und es gibt auch die Möglichkeit, sich über deren persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse sowie Bonität zu informieren, erklärte der Vorsitzende. Einmal im Monat kann man sich bei Problemen mit Mietern, Nachbarn oder Wohnungseigentümern juristisch beraten lassen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Schongau und dem Landkreis lobte Hutter ausdrücklich. Sein Verein verstehe sich als Sprachrohr für seine Haus- und Grundbesitzer. So habe man auch vehement die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge gefordert. Die CSU will nun die „Strabs“ kippen. Die Kommunen sind angewiesen, derzeit keine Bescheide zu verschicken, ein Teilerfolg, freute sich Josef Hutter.

Heinz Messarosch, zweiter Vorsitzender des Vereins, stellte den Auftritt von Haus & Grund Schongau im Internet vor. Dieses Angebot sollte man nutzen, damit erhalte jeder die aktuellen Informationen, die er als Eigentümer und/oder Vermieter benötige, sagte Messarosch.

Energieausweise werden ungültig

Die ersten Energieausweise für Wohngebäude werden ungültig. Das Dokument hat eine Laufzeit von 10 Jahren und kann nicht verlängert werden, sagte RA Manfred Nikui aus München, Chefjustiziar von Haus & Grund Bayern. Er appellierte an die Hausbesitzer, das im Auge zu haben, denn wenn sie ein Haus oder einzelne Wohnungen vermieten oder verkaufen wollen, müssen sie Interessenten den Ausweis bei der Besichtigung des Objekts vorlegen. Ausweise, die im Januar 2009 für Häuser mit Baujahr ab 1966 ausgestellt wurden, werden 2019 ungültig. Wohngebäude, die 1965 und davor gebaut wurden, mussten seit dem 1. Juli 2008 einen Ausweis haben. Dessen Gültigkeit läuft im Juli 2018 ab, sagte der Verbandsjurist. Für Altbauten mit bis zu vier Wohneinheiten sowie einem Baujahr 1977 und davor muss man ab dem 1. Oktober 2018 zwingend einen Bedarfsausweis haben. Für alle anderen Gebäude kann sich der Eigentümer auch für den einfacheren und kostengünstigeren Verbrauchsausweis entscheiden, sagte RA Nikui. Ausdrücklich wies der Jurist auch darauf hin, dass in Immobilienanzeigen die Angaben zum Energieverbrauch des Gebäudes verpflichtend enthalten sein müssen. Das sind Baujahr, Art der Heizung, Endenergiekennwert und Art des Ausweises. Sonst drohen Bußgelder, warnte der Anwalt.

Rauchwarnmelder

Ausführlich befasste sich Walter Maier von der Bayerischen Hausbesitzer-Versicherung mit versicherungsrechtlichen Folgen, wenn nicht wie vorgeschrieben bis Ende 2017 in Wohnungen Rauchwarnmelder eingebaut worden sind oder diese nicht funktionieren. Nach derzeitiger Rechtslage hat dies keine nachteilige Auswirkung auf den Versicherungsschutz in der Feuerversicherung, beruhigte der Experte die Zuhörer. Auf die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung können sich solche Verstöße durchaus nachteilig auswirken, warnte Maier. Soweit einem Eigentümer nur fahrlässiges Verhalten angelastet werden kann, dürfte aber zunächst wohl Versicherungsschutz bestehen.