Haus & Grund Schwandorf | Berichterstattung zur Jahreshauptversammlung

Datum: 25.09.2019
Beginn: 19:00
Organisator: Haus- und Grundbesitzerverein Schwandorf u. Umg. e.V.
Ort: Schwandorf
Referat: Neues Mietrecht und Grundsteuer
Referent(en): RA Manfred Nikui
(v.l.n.r.) RA Manfred Nikui, Christoph Bauer und RA Johann Huber

Erfolgreiches Jahr 2018 bei den Haus- und Grundeigentümern

Auf der Jahreshauptversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Schwandorf und Umgebung e. V. Ende September konnte der erste Vorsitzende, Christoph Bauer, im Saal des Schützenheims „Taverne Olympia“ eine äußerst positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2018 ziehen: Die Mitgliederzahl hat sich auf 1.112 erhöht. Dem Verein gehören damit mehr als 300 neu eingetretene Mitglieder an, seit Bauer vor 20 Jahren erstmals zum Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Aber auch die Leistungen für die Mitglieder sind spürbar gestiegen. So habe man mehr als 900 individuelle Fachberatungen in den Geschäftsstellen in Schwandorf und Burglengenfeld oder auch am Telefon durchgeführt, zählte Bauer auf. Die regelmäßigen wöchentlichen Sprechstunden am Dienstag von 17 bis 19 Uhr in Schwandorf seien immer gut besucht gewesen. Die Beratungen wurden von ihm selbst bzw. abwechselnd von den Fachanwälten für Miet- und Immobilienrecht RA Johann Huber, der auch zweiter Vorsitzender des Vereins ist, und RAin Claudia Greger durchgeführt.

Viermal im Monat können sich Mitglieder durch den Vorstand Christoph Bauer in der Vereinszweigstelle Burglengenfeld Regensburger Str. 11 Rat holen. Die ca. 300 Mitglieder im Städtedreieck nehmen diese Beratungsmöglichkeit gerne an.

Abschluss von Mietverträgen, Wohnungsübergaben, Betriebskostenabrechnungen, Kündigungen – wieder sehr oft wegen Nichtzahlung oder nicht pünktlicher sowie nicht vollständiger Zahlung der Miete – sowie Fragen zu Modernisierungen an und in Gebäuden waren Hauptthemen der Beratungen, sagte Bauer. Für seine Mitglieder hält der Verein eine Vielzahl von Formularen bereit. Es gibt Musterschreiben und zahlreiche Infoblätter, Mustermietverträge von Haus & Grund für Wohn- und Gewerberäume werden ebenfalls angeboten.

Viel Zeit und hohe Kosten verursachte wieder der Versand von Formularen und Infos jeder Art an Mitglieder, betonte Bauer. Der Internetauftritt von Haus & Grund Schwandorf werde im Übrigen sehr gut angenommen, freute sich der Vorsitzende. Gegen eine Gebühr können Mitglieder beim Verein die Bonität eines potenziellen Mietinteressenten abfragen. Dies sollte man unbedingt tun, riet Bauer, um das Risiko von Zahlungsausfällen möglichst gering zu halten.

Der seit 1911 bestehende Verein legt höchsten Wert auf kompetente Beratung, diese wird durch verpflichtende Seminare für die Berater gewährleistet, so Bauer. Eine weitere Aufgabe ist der Ausbau der Vergleichsmietendatenbank.

Der Vorsitzende Bauer sieht den Verein für die Zukunft gut aufgestellt, um die Interessen der Mitglieder zu vertreten. Der Verein ist Mitglied im Landesverband Haus & Grund Bayern und dieser im Zentralverband Haus & Grund Deutschland, der rund 900.000 Mitglieder vertritt.

Neues Mietrecht und Grundsteuer

Rechtsanwalt Manfred Nikui, Chefjustiziar von Haus & Grund Bayern, war aus München angereist und erläuterte ausführlich das geänderte Mietrecht, das am 1. Januar dieses Jahres in Kraft trat. Zwar gelte seit dem 7. August die sogenannte Mietpreisbremse auch wieder in 162 bayerischen Städten und Gemeinden, wonach bei einer Neuvermietung die Miete nach oben mit 10 Prozent über der ortsüblichen Miete begrenzt sei. Schwandorf sei davon nicht betroffen, sagte der Jurist. Die Begrenzung der Miete gelte im Regierungsbezirk Oberpfalz nur in der Stadt Regensburg.

Modernisierungskosten für den Einbau moderner energiesparender Heizungen etwa können nur mehr mit 8 Prozent auf die Miete umgelegt werden, so Nikui weiter.

Der Verbandsjurist begrüßte die Einigung der Koalition und Länder bei der notwendigen Neuregelung der Grundsteuer. Wie von Haus & Grund auch gefordert, sei nun geplant, den Ländern eine eigene gesetzliche Regelung zur Erhebung und Berechnung der Grundsteuer einzuräumen. So habe Bayern bereits angekündigt, anders als der Bund ein wertunabhängiges Modell einführen zu wollen, das nur die Fläche der Grundstücke und der Gebäude berücksichtige, nicht aber deren Wert. Dies sei die fairste und auch nachvollziehbarste Berechnungsmethode, begründete Nikui die Haltung auch von Haus & Grund.

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