Haus & Grund Treuchtlingen l Berichterstattung zur Mitgliederversammlung

Datum: 03.07.2018
Beginn: 19:00
Organisator: Haus- und Grundbesitzerverein Treuchtlingen u. Umg. e.V.
Ort: Treuchtlingen
Referat: Top-Aktuelles für Eigentümer und Vermieter, u.a. Grundsteuer, Energieausweis, "Strabs"
Referent(en): RA Manfred Nikui
Am Ende der Mitgliederversammlung: Steuerberater Wilfried Etschel, Erika Strößner, RA Hans Strößer und RA Manfred Nikui (v.l.n.r.)

Haus & Grund Treuchtlingen

Einstimmiges Vertrauen

Rechtsanwalt Hans Strößner, seit vielen Jahren erster Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins Treuchtlingen in Mittelfranken, lenkt weiterhin die Geschicke des Vereins. Einstimmig sprachen die etwa 170 Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung Anfang Juli in der Stadthalle von Treuchtlingen ihm und seinem langjährigen Vertreter, Steuerberater Wilfried Etschel, wieder das Vertrauen aus.

In einem umfangreichen Geschäftsbericht zog RA Strößner Bilanz über 2017: Ob Schönheitsreparaturen, Mieterhöhungen, Kündigungen wegen Nichtzahlung der Miete oder Betriebskostenabrechnungen – immer mehr Mitglieder suchen Hilfe im Verein. Vor allem die Unterstützung durch den zweiten Vorsitzenden, Wilfried Etschel, der die Mitglieder in steuerlichen Angelegenheiten berät, und Erika Strößner, die sich um die Finanzen des Vereins kümmert, war ein Grundstein für den Erfolg auch 2017. Besonders lobte Strößner auch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Landesverband in München. Bei allen rechtlichen Problemfällen habe man gemeinsam immer eine gute und vertretbare Lösung finden können, sagte der Vorsitzende an die Adresse von RA Manfred Nikui, dem Chefjustiziar von Haus & Grund Bayern, der auch dieses Mal wieder das Hauptreferat hielt.

Zuvor zeigte Schatzmeisterin Erika Strößner die Entwicklung der Finanzen des Vereins und der Mitgliederzahlen auf. Der Verein zählt derzeit 380 Mitglieder, nach den bisherigen Neuzugängen dürfte 2018 weiter mit einem sehr positiven Trend zu rechnen sein, sagte Frau Strößner.

Informationsflut!

Eine Fülle von aktuellen Themen hatte RA Manfred Nikui für seine Zuhörer parat. Zunächst ging er in seinem Vortrag ausführlich darauf ein, dass Anfang April das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Bemessungsgrundlage für die Erhebung der Grundsteuer als verfassungswidrig „gekippt“ hatte. Nach diesem Urteil dürfe die Grundsteuer nur noch bis Ende 2019 auf der Grundlage des alten Gesetzes erhoben werden, sagte der Jurist. Wegen des hohen Aufwands für eine Neufestsetzung können die alten Werte nach einer Neuregelung noch bis zu fünf Jahren weitergenutzt werden, längstens bis Ende 2024, erklärte der Referent. Dann sei damit Schluss.

Keine Straßenausbaubeiträge mehr

Grundstückseigentümer und Wohnungsbesitzer müssen die umstrittenen Straßenausbaubeiträge nicht mehr bezahlen. Dies gilt nach Verabschiedung durch den Landtag in Bayern rückwirkend zum 1. Januar 2018, sagte RA Nikui. Alle Gebührenbescheide, die bis Ende 2017 verschickt wurden, müssen aber noch bezahlt werden. Später datierte oder versandte Bescheide dagegen nicht, so der Jurist.

Energieausweise werden ungültig

RA Nikui informierte seine Zuhörer auch über die Geltungsdauer von Energieausweisen. Diese gelten ab Ausstellung zehn Jahre und können nicht verlängert, sondern müssen wieder neu ausgestellt werden. Der Anwalt riet, einen Blick auf den Energieausweis des jeweiligen Gebäudes zu werfen. Mitte 2018 und Januar 2019 laufen viele Ausweise ab. Betroffen sind somit alle Dokumente, die Mitte 2008 beziehungsweise im Januar 2009 ausgestellt wurden. Für Immobilienanzeigen sind Angaben aus dem Energieausweis Pflicht. Auch darauf wies der Anwalt hin.

Abschließend ging RA Nikui auf die seit Mai geltende Datenschutz-Grundverordnung ein, die auch für private Vermieter – egal wie viele Wohnungen sie vermieten – viele Neuerungen und formale Anforderungen mit sich bringt. Er riet dringend, sich bei Fragen im Verein beraten zu lassen. Dort bekämen Mitglieder von Haus & Grund auch Informationsblätter, neueste aktuelle Mietverträge und Formulare, die den Vermietern die Umsetzung der Verordnung erheblich erleichtern würden, sagte der Verbandsjurist am Ende.

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