Berichterstattung zum Seminar im September 2019

Datum: 17.09.2019
Beginn: 10:30
Ort: München
Referat: Immobilienkaufverträge
Referent(en): Notar Dr. Christian Berringer
Der Referent: Dr. Christian Berringer
Die Teilnehmer des Seminars

Seminar „Immobilienkaufverträge“


Die Tücken der Immobilienkaufverträge aus der Sicht eines Notars

 

Nachdem Dr. Christian Berringer, Notar im Notariat Görk und Berringer in München, bereits 2014 ein Seminar über die notarielle Praxis und Immobilienkaufverträge für Haus & Grund Bayern abgehalten hatte, sollte nun der Faden von damals wieder aufgenommen und der Wissensstand der Teilnehmer wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Dr. Berringer legte den Fokus dabei neben der Gestaltung der Immobilienkaufverträge auch auf die notarielle Praxis im Beurkundungsverfahren. Hier gibt es nach seiner Erfahrung oft Unklarheiten bei den Vertragsparteien, aber auch bei Rechtsanwälten, was häufig dazu führt, dass Informationen oder Unterlagen fehlen, so dass meist ein erneuter Notar-Termin notwendig wird. So erläuterte der Referent den Anwesenden beispielsweise, was überhaupt notariell beurkundet werden muss. Neben dem eigentlichen Kaufvertrag über die Immobilie betrifft dies nämlich auch Vereinbarungen, ohne die die Parteien den Vertrag gar nicht schließen würden. So kann es vorkommen, dass auch ein zwischen Käufer und Verkäufer geschlossener Mietvertrag beurkundungspflichtig wird, wenn der Verkäufer die Immobilie nur verkauft, wenn er als Mieter weiterhin darin wohnen darf. Wichtig ist dabei, dass dem Notar dies auch bekannt gemacht wird. Dr. Berringer erzählte von Fällen aus seiner Praxis, in dem ihm solche Verträge gar nicht oder nur durch Zufall bekannt gemacht wurden. Aber was der Notar nicht weiß, kann er auch nicht beurkunden. Im schlimmsten Fall führt dies zur Unwirksamkeit des gesamten Kaufvertrages, sodass bis zur Auflassung keine gesicherte Position für die Parteien besteht.

Als Anschauungsmaterial hatte der Referent für alle Teilnehmer ein Kaufvertragsmuster im Gepäck, anhand dessen er den Zuhörern die wichtigsten Punkte erklärte. So stellte Dr. Berringer beispielsweise die verschiedenen Möglichkeiten zur Absicherung der gegenseitigen Ansprüche aus dem Kaufvertrag anschaulich dar. In manchen Fällen etwa bieten sich auflösend bedingte Vormerkungen an, die dafür sorgen, dass die Vormerkung im Grundbuch unwirksam wird, wenn der Käufer den Kaufpreis nicht rechtzeitig und vollständig bezahlt. Auch die Möglichkeit, dem Käufer schon vor der Eintragung des Eigentums in das Grundbuch die Nutzung der Immobilie zu ermöglichen, wurde von Dr. Berringer erläutert. Hier wies er insbesondere auf Nachfolgeprobleme hin, die beispielsweise entstehen, wenn der Käufer in der Folgezeit schon Umbauarbeiten vornimmt. Schließlich kamen auch die Pflichten des Verkäufers, wie die Mängelhaftung und die Möglichkeiten des Ausschlusses derselben, nicht zu kurz. Kompetent stellte sich der Referent sämtlichen Fragen der Seminar-Teilnehmer, so dass Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorstand von Haus & Grund Bayern, am Ende auf ein äußerst gelungenes Seminar zurückblicken konnte, ehe sie die Anwesenden in den wohlverdienten Feierabend verabschiedete.

 

 

 

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