Haus & Grund Ammersee-West l Berichterstattung zur Mitgliederversammlung

Datum: 12.11.2018
Beginn: 19:00
Organisator: Haus & Grund Ammersee-West
Ort: Dießen
Referat: Rechtsprechungsupdate, Straßenausbaubeiträge, Datenschutzregeln für Vermieter, Reform der Grundsteuer, Energieausweis
Referent(en): RA Manfred Nikui
(v.l.n.r.) RA Manfred Nikui, Reinhard Häckl, RAin Anette Gräfin v. Roedern, RA Bernd Lichtenstern

 

Ammersee-West

Anspruchsvoller Themenkatalog

Aktuelle juristische Themen rund um Haus und Grund sowie die „Patientenverfügung“ als Vorsorge für Unfall, Alter und Krankheit standen auf der umfangreichen Tagesordnung der Jahreshauptversammlung von Haus & Grund Ammersee-West Anfang November in Dießen im Gasthof „Seefelder Hof“ , zu der sich zahlreiche Mitglieder eingefunden hatten. RA Bernd Lichtenstern, zweiter Vorsitzender des Vereins und zuständig für die rechtliche Beratung der Mitglieder in der Geschäftsstelle in Landsberg/Pitzling, konnte berichten, dass sich die Mitgliederzahl auf 155 erhöht habe. Die Geschäftsstelle des Vereins biete den Mitgliedern kostenfreie Beratungsmöglichkeiten an und halte gesetzes- und rechtsprechungskonform ausgestaltete Mietverträge und Formblätter für die tägliche Vermietungspraxis bereit. „Bitte nutzen Sie dieses Angebot“ appellierte Lichtenstern an die Mitglieder. In einem Grußwort bedankte sich der erste Vorsitzende von Ammersee-West, Steuerberater Reinhard Häckl, bei den Mitarbeitern des Vereins und den Mitgliedern für ihre Treue zum Verein auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017.

Juristische „Fallstricke“

RA Manfred Nikui, Chefjustiziar von Haus & Grund Bayern, München, referierte dann über zahlreiche juristische „Fallstricke“, denen sich Vermieter heutzutage leider immer mehr ausgesetzt sehen – ob bei Neuabschluss von Mietverträgen, aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu aktuellen mietrechtlichen Themen wie Betriebskostenabrechnung, Schönheitsreparaturen, Mieterhöhung oder Kündigung bis hin zur neuen Datenschutzgrundverordnung, die auch für private Vermieter gilt, egal wie viele Wohnungen vermietet werden, sagte der Jurist.  Man habe Mietverträge und sonstigen Formulare der neuen Verordnung angepasst. Sein dringender Appell an alle Mitglieder: es sollten nur mehr die aktuellen Formulare verwendet werden.

Patientenverfügung – Anweisung an behandelnde Ärzte

Ausführlich informierte RAin Anette von Roedern aus der Kanzlei Lichtenstern & Partner die „Patientenverfügung“. Mit einer solchen könne man Wünsche zur medizinischen Behandlung für den Fall äußern, dass man vielleicht bewusstlos sei und sich nicht mehr äußern könne, erklärte die Juristin, etwa dazu, ob man künstlich ernährt werden solle oder eine lebenserhaltende  Behandlung wünsche oder nicht. Man müsse aber eines beachten, sagte die Rechtsanwältin: die Patientenverfügung sollte unbedingt mit einer Vorsorgevollmacht oder zumindest mit einer Betreuungsanordnung kombiniert werden, damit die genannten Personen auch in der Lage seien, den festgelegten Willen gegenüber den Ärzten durchzusetzen.

Bei der Abfassung einer Vollmacht könne man sich von Rechtsanwälten oder Notaren beraten lassen, sagte Anette v. Roedern. Vor Abfassen einer Patientenverfügung sollte man unter Umständen mit seinem Hausarzt sprechen, empfahl die Juristin.