Haus & Grund Freilassing l Berichterstattung zur Informationsveranstaltung 2018

Datum: 08.10.2018
Beginn: 19:00
Organisator: Haus- und Grundbesitzerverein Freilassing e.V.
Ort: Freilassing
Referat: Die neue Datenschutzgrundverordnung - was Vermieter beachten müssen
Referent(en): RA Manfred Nikui

Datenschutz für Vermieter

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in ganz Europa, sagte RA Franz Maushammer in seiner Begrüßung vor Mitgliedern des Haus- und Grundbesitzervereins Freilassing. Auch nach fünf Monaten sieht der Vorstandsvorsitzende des mehr als 200 Mitglieder zählenden Vereins immer noch viel Unsicherheit bei allen, die mit dieser Verordnung zurechtkommen müssen. Was aber müssen vor allem Vermieter wissen und beachten? Haus & Grund Freilassing hat sich dieser Frage gestellt, so RA Maushammer. Und hat wie jedes Jahr zu einer Informationsveranstaltung Anfang Oktober zum Thema „Datenschutz und Cybersicherheit“ in den Raiffeisensaal der Volksbank/Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG eingeladen. RA Maushammer, der den Ablauf des Abends moderierte, konnte zwei sachkundige Referenten begrüßen. RA Manfred Nikui, Chefjustiziar von Haus & Grund Bayern, München, stellte die neuen Datenschutzregeln für Vermieter dar. Technischer Rat Ralph Illner vom Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei in Ainring sprach über Cybercrime und Risiken im IT-Bereich, unter anderem über Passwortsicherheit und Missbrauch von Daten.

Was dürfen Vermieter?

RA Manfred Nikui stellte zunächst klar, was die Europäische Datenschutz-Grundverordnung vor allem sicherstellen soll: einen besseren Schutz personenbezogener Daten von EU-Bürgern. Und hier sieht der Jurist die ersten Probleme: An welcher Stelle nämlich beginnt die Verarbeitung solcher Daten wie Name, Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum, Steuernummer oder Bankverbindung? Seine Antwort: Der Datenschutz beginnt, sobald die Daten einer Person erfragt sowie zugeordnet werden können und diese Informationen erhoben, gespeichert oder verarbeitet werden. Damit gilt die Verordnung auch für private Vermieter, egal wie viele Wohnungen sie vermieten, so der Jurist. Bei der ersten Besichtigung einer Wohnung dürften Vermieter von Bewerbern aber zunächst einmal lediglich Name, Adresse und Telefonnummer erfragen. Erst wenn sich ein Wohnungssuchender interessiert zeigt oder gar ein Mietvertrag abgeschlossen wird, darf der Vermieter weitere Daten abfragen, wie Einkommen, Beruf, Größe der Familie, Arbeitgeber oder Haustiere.

Ganz wichtig sei, dass die Daten von Mietern vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden, sagte der Jurist. Unterlagen sollten verschlossen aufbewahrt werden, Computer sind mit einem Passwort zu sichern und mindestens mit einem Virenschutzprogramm zu versehen, riet der Anwalt. Der Verbandsjurist informierte weiter darüber, dass auch künftig Vermieter Ablesefirmen beauftragen dürften, Heiz- und Warmwasserabrechnungen zu erstellen. Es sind dafür aber schriftliche oder elektronische Verträge mit den Firmen abzuschließen. Auch wenn Reparaturen in einer Wohnung notwendig werden, dürfe man Kontaktdaten des Mieters an einen Handwerker weiterleiten. Die Mieter, deren Daten man berechtigt weitergibt, sind darüber zu informieren, so der Referent am Ende seines Vortrags.

Cybersicherheit und Gefahren im Netz

In einem zweiten Vortrag warnte Ralph Illner eindringlich seine Zuhörer vor Bedrohungen und Angriffen, mit denen Privatanwender im Netz jederzeit rechnen müssen. Er gab wertvolle Hinweise, in welcher Form man sich davor am heimischen PC wirksam schützen könnte. Ausführlich ging der IT-Experte auf Angriffe auf Mobiltelefone über eingeschaltetes WLAN ein und thematisierte anschaulich Identitätsdiebstahl durch schwache und teilweise identische Passwörter. Die Unbedarftheit der Nutzer sei eine wahre Geldquelle für betrügerische Fake-Shops, sagte Illner. Sein dringender Rat an die Nutzer: Mit den persönlichen Daten sollte man im Internet nur sehr vorsichtig umgehen. Oft helfe dabei schon der gesunde Menschenverstand, so der Experte.