Haus & Grund Kempten l Berichterstattung zur Jahreshauptversammlung

Datum: 27.06.2018
Beginn: 18:00
Organisator: Haus & Grund Kempten e. V.
Ort: Kempten
Referat: Top-Aktuelles für jeden Eigentümer (Recht & Politik)
Referent(en): RA Manfred Nikui
Schatzmeister Oliver Kroll, 1. Vorsitzender Eberhard Ernst, RA Manfred Nikui von Haus & Grund Bayern und Philomena Thalmeier, Schriftführerin (v.l.n.r.)

Haus & Grund Kempten

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2017

 

Rund 170 Mitglieder von Haus & Grund Kempten hatten sich Ende Juni 2018 im großen Saal von St. Ulrich zur diesjährigen Jahreshauptversammlung ihres Vereins eingefunden. In einem umfassenden Geschäftsbericht informierte Eberhard Ernst, erster Vorsitzender, die Anwesenden über die zahlreichen Leistungen, die sein Verein 2017 wiederum den Mitgliedern geboten hatte. Erfreulich die Mitgliederentwicklung: Zum Jahresende 2017 konnte der Verein 2.883 Mitglieder verzeichnen. 168 Neuzugängen standen 92 Austritte gegenüber. Als Gründe dafür nannte Ernst Verkauf der Immobilien, Tod von Mitgliedern oder auch einfach Wegzug aus Kempten. Mit dem realen Zuwachs von 76 neuen Mitgliedern sieht er aber den positiven Trend der letzten Jahre eindeutig bestätigt: Der Verein ist attraktiv für jeden, der eine Immobilie besitzt – gleich ob selbstgenutzt oder vermietet. Und: Die zahlreichen Leistungen, die der Verein anbietet, werden von den Mitgliedern voll in Anspruch genommen. So nahmen an sechs Informationsabenden zu aktuellen Themen rund um Haus und Grund 350 von ihnen teil. 630.000 Liter Heizöl wurden über die monatlichen Sammelbestellungen an Mitglieder vermittelt.

Besonders gefragt war dem Vorsitzenden zufolge wieder die persönliche Rechtsberatung durch den Verein. Dabei ging es um Schönheitsreparaturen bei Auszug des Mieters, Abrechnung von Betriebskosten, Hilfestellungen bei Mieterhöhungen mit Vergleichswohnungen und Kündigungen. Spitzenreiter bei den ordentlichen Kündigungen war wieder Eigenbedarf des Vermieters. Fristlose Kündigungen wurden vor allem wegen Zahlungsverzugs mit der Miete ausgesprochen, listete Ernst die statistischen Zahlen auf.

Ein Grußwort der Stadt Kempten überbrachte deren dritter Bürgermeister Josef Mayr. Sein besonderer Dank galt dem ersten Vorsitzenden Eberhard Ernst und seinem Verein für die wichtige und konstruktive Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Wohnraumversorgung mit der Stadt Kempten.

Eingeladen hatte Ernst Vertreterinnen der Stadt Kempten vom Amt für Integration, die sechs ihrer Schützlinge, alles unbegleitete minderjährige und zwischenzeitlich anerkannte Asylbewerber/-innen, mitgebracht hatten. Neben einem guten Ausbildungsplatz gilt es vor allem, eine eigene und bezahlbare Wohnung zu finden. Um das zu erleichtern, habe die Stadt das Projekt „Mieterqualifizierung für Asylbewerber“ ins Leben gerufen. Dort lernen die Teilnehmer, wie man in Deutschland „wohnt“, also lüftet, Müll trennt, Energie spart und anderes mehr.

Neue Datenschutz-Verordnung

RA Manfred Nikui, Chefjustiziar von Haus & Grund Bayern, informierte dann unter anderem über die Datenschutz-Grundverordnung, die seit dem 25. Mai 2018 gilt, und zwar auch für private Vermieter – gleich wie viele Wohnungen sie vermieten. Die Regeln, wie Vermieter Daten ihrer Mieter erfassen, verarbeiten, speichern oder an Dritte wie Handwerker oder Ablesefirmen weitergeben, sind nun noch strenger und vor allem formalistischer, sagte der Jurist. So müssen nun von Vermietern Verarbeitungsverzeichnisse geführt werden, mit denen sie den Zweck der Erfassung personenbezogener Daten, deren Speicherung, Löschungsfristen et cetera dokumentieren. Der Name des Mieters, seine Adresse oder Telefonnummer dürfen auch weiterhin an Heizungsabrechnungsfirmen weitergegeben werden. Der Vermieter bleibt aber allein dafür verantwortlich, dass diese Dienstleister mit den Daten des Mieters sorgsam umgehen. Es müssen deshalb Auftragsdatenverarbeitungsverträge abgeschlossen werden, sagte RA Nikui und wies darauf hin, dass die Heizungsablesefirmen dafür entsprechende Vertragsformulare hätten. Sind in einer Wohnung Reparaturen fällig, dürfen Name und Telefonnummer des Mieters ebenfalls an einen Handwerker weitergegeben werden. Nur so könne der Vermieter schließlich einen Mangel beheben, wozu er ja auch verpflichtet sei, meinte der Jurist abschließend.