Haus & Grund Schönwald | Berichterstattung zur Jahreshauptversammlung

Datum: 06.06.2019
Beginn: 19:00
Organisator: Haus- und Grundbesitzerverein Schönwald e.V.
Ort: Schönwald
Referat: Neues Mietrecht, Reform der Grundsteuer
Referent(en): RA Manfred Nikui
Erster Vorsitzender Uwe Silbermann (li.) mit seinem Gast RA Manfred Nikui

Haus & Grund Schönwald

16. Fichtelgebirgstag

Zum 16. Mal in Folge organisierte Uwe Silbermann, seit 37 Jahren erster Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins Schönwald im Fichtelgebirge, einen „Fichtelgebirgstag“. Eingeladen waren wieder die benachbarten Hausbesitzervereine Selb, Waldsassen, Rehau, Wunsiedel und Marktredwitz. Besonders begrüßte Silbermann Harald Jacob, den Vorsitzenden von Haus & Grund Rehau.

Der Schönwalder Verein, der vor 8 Jahren sein 100-jähriges Gründungsfest feiern konnte, berät seine Mitglieder in allen Fragen rund um Haus und Grund. Viele Mitglieder haben Probleme mit ihren Mietern, es gibt aber auch Streitigkeiten an der Grenze zum Nachbarn wegen Grenzbepflanzung oder überhängender Äste und Zweige oder man ist unterschiedlicher Auffassung über Inhalt und Umfang von Geh- und Fahrtrechten, weiß Silbermann aus seiner täglichen Beratungspraxis zu berichten.

Als Referent war wie in den Vorjahren RA Manfred Nikui, Chefjustiziar des Dachverbandes Haus & Grund Bayern, eingeladen.

Ausweise mit Verfallsdatum

RA Nikui empfahl seinen Zuhörern im Landgasthof „Ploss“ dringend, einen Blick auf ihren Energieausweis zu werfen. 2018 und zu Beginn 2019 sind viele Ausweise nach 10 Jahren abgelaufen. Eigentümern, die keinen gültigen Verbrauchs- oder Bedarfsausweis haben, drohen in bestimmten Fällen Bußgelder, warnte der Jurist. RA Nikui stellte klar, dass man einen Energieausweis nur dann braucht, wenn man sein Gebäude oder seine Wohnung verkaufen oder vermieten will. Der Ausweis muss dann bei Besichtigung vorgelegt werden, doch schon in Immobilienanzeigen müssen Angaben aus dem Ausweis gemacht werden.

Nach Änderungen im Mietrecht können Kosten für Einbau neuer Heizungen oder Dämmung von Dach und Fassade nur mehr in Höhe von 8 Prozent auf die Mieter umgelegt werden. Dadurch dürften die Mieten aber nicht um mehr als 2 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche steigen, wenn die Ausgangsmiete unter 7 Euro liegt. Liegt sie höher, dürfen Mieter nicht mit mehr als 3 Euro belastet werden, sagte RA Manfred Nikui in seinem zweiten Vortragsteil.

Auch auf die heftig diskutierte Reform der Grundsteuer ging der Referent ausführlich ein. Die Neuberechnung sollte nur nach der Fläche erfolgen, wobei sie auch weiterhin auf Mieter umlegbar sein müsse, betonte Nikui und erteilte so anderslautenden Plänen eine klare Absage.

Regularien zügig abgehandelt

Neben wichtigen Satzungsänderungen genehmigten die Mitglieder den Kassenbericht und entlasteten die Vorstandschaft. Silbermann empfahl dringend, sich rechtzeitig beraten zu lassen, also vor Abschluss eines Mietvertrages oder Ausspruch einer Kündigung. Und: Man solle nur Verträge, Formulare und Musterschreiben von Haus & Grund verwenden. Diese könnten Mitglieder jederzeit über ihren Verein in Schönwald bekommen.