Berichterstattung zum Seminar im Januar 2019 l München

Datum: 22.01.2019
Beginn: 10:30
Ort: München
Referat: Wohnungseigentum aktuell - Rechtsprechung und Praxis 2018
Referent(en): RA Burkhard Rüscher
Der Referent RA Burkhard Rüscher
Die Teilnehmer in München

Seminar

 

Wohnungseigentum aktuell - Rechtsprechung und Praxis 2018

  

Auch in diesem Jahr erläuterte RA Burkhard Rüscher, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, den zahlreichen Teilnehmern in München und Nürnberg die aktuelle Rechtsprechung im Wohnungseigentumsrecht aus dem vergangenen Jahr. RA Rüscher wies daraufhin, dass der BGH im Jahr 2018 besonders viele wichtige Entscheidungen auf diesem Gebiet getroffen hat, die teilweise eine Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung oder zumindest einige Klarstellungen enthielten. 

So habe der BGH beispielsweise geklärt, welche Vereinbarungen in der Gemeinschaftsordnung einer WEG enthalten sein können und sollten, damit eine Untergemeinschaft, also eine Teilgemeinschaft einer WEG, möglichst autonom verwaltet werden kann. RA Rüscher wies insbesondere daraufhin, dass Teilversammlungen der Untergemeinschaften explizit erlaubt sein sollten. Bloße Stimmrechtsbeschränkungen reichen demnach nicht aus. 

RA Rüscher beklagte aber auch, dass eine sehr strittige Frage im WEG-Recht weiterhin ungeklärt bleiben wird. Nämlich die Frage, wann die Abrechnungspflicht des WEG-Verwalters entsteht. Hier herrscht Streit darüber, ob dies auf den 31.12. oder 01.01 eines Jahres fällt. Dies hat Auswirkungen darauf, ob der Verwalter bei einer Abberufung zum Ende des Jahres noch die Abrechnung für dieses Jahr schuldet. In dem vorgestellten Fall hatte sich der BGH mit diesem Streitthema zwar beschäftigt, die Frage aber letztlich offen gelassen, da der Verwalter erst Ende Januar abberufen wurde und die Pflicht zur Abrechnung nach beiden Meinungen bereits entstanden war. 

Schließlich bat RA Rüscher die Anwesenden noch eindringlich, bei Klagen gegen bald abberufene WEG-Verwalter darauf zu achten, auch den neuen Verwalter als Zustellungsbevollmächtigten anzugeben, wenn zu erwarten ist, dass sich die Zustellung der Klage und die Abberufung eventuell überschneiden. Außerdem sollten Rechtsanwälte und Hausverwalter bei Zwangsversteigerungen von Wohnungen darauf zu achten, dass Hausgeldrückstände beim zuständigen Rechtspfleger angemeldet werden, da diese gesondert befriedigt werden. RA Rüscher wies darauf hin, dass sich sowohl der Hausverwalter als auch der Rechtsanwalt ansonsten in der Haftung gegenüber der WEG befänden. 

 

Mit der kompetenten Beantwortung von Fragen der zufriedenen Zuhörer durch den Referenten, schlossen zwei interessante und aufschlussreiche Seminartage.